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26.05.2017
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Häufig gestellte Fragen - studentisches Wörterbuch


Was ist eine Verbindung?

Eine Verbindung ist ein Zusammenschluß von Schülern und ehemaligen Schülern einer höheren Schule (AHS, HTL, HAK, TGM, HBLA, usw) . Wir wollen den jungen Schülern eine Basis für ein erfolgreiches Studium bieten und einen Freundeskreis, der ein Leben lang hält. Dies tun wir in den traditionellen Formen unserer Korporation.

Ist »Verbindung« und »Burschenschaft« eigentlich dasselbe?

Nein, die Burschenschaften sind nur eine bestimmte Art von Verbindung, der richtige Oberbegriff ist »Verbindung« oder »Korporation«; es gibt akademische Korporationen - Studentenverbindungen - und pennale Korporationen - Schülerverbindungen. Das Mißverständnis kommt vielleicht daher, daß bei praktisch allen Verbindungen die endgültig aufgenommenen Mitglieder »Burschen« genannt werden.

So viele Begriffe, wer kennt sich da noch aus?

Viele Begriffe, die wir in unserer Burschenschaft verwenden, gehen zum Teil bis auf das Mittelalter zurück. Der Begriff Bursche geht zurück auf das Wohnheim der Studenten im Mittelalter, die Burse. Pennäler wardie frühere Bezeichnung für Schüler, heute hat das Wort nicht nur bei uns überlebt, sondern auch z.B. im Wort Federpennal. Sehr viele Bezeichnungen sind aus dem Lateinischen, da Latein früher die Unterrichtssprache war.

Es gibt auf unserer Internetseite ein studentisches Wörterbuch, das die meisten Begriffe erklärt.

Ist das nicht ein bisschen altmodisch?

Unsere Gemeinschaft besteht aus ganz normalen Schülern von heute, die mitten im Leben stehen. Unsere Alten Herren (Mitglieder die bereits im Berufsleben stehen) bewähren sich im Beruf und nehmen Anteil am Leben der noch Studierenden. Daß wir Traditionen aus dem letzten Jahrhundert fortführen heißt nicht, daß wir auch geistig dort stehengeblieben sind. Wir fühlen uns eigentlich recht modern.

Wie kommt man da rein?

Ganz klassisch durch eine Empfehlung; heutzutage suchen aber viele Interessenten von sich aus Kontakt zu einer Verbindung. Viele werden durch Freunde, Bekannte und Verwandte auf eine Verbindung aufmerksam oder durch ein Plakat oder einen Info-Standi. Du kannst anrufen, einen Brief schreiben oder eine E-Mail schicken. - Das ist ziemlich egal.

Wer kann aufgenommen werden?

Man muß Schüler der Oberstufe einer AHS, bzw. der berufsbildenden höheren Schule sein, auf jeden Fall muß die Schule einen Maturaabschluß vorsehen. In Ausnahmefällen kann bereits in der letzten Klasse der Unterstufe die Mitgliedschaft beschlossen werden.

Im übrigen stellen die Verbindungen besondere Anforderungen an die Ehrenhaftigkeit ihrer Mitglieder. Wenn jemand vorbestraft ist oder aus einer mit einer Ehrenordnung ausgestatteten Vereinigung unehrenhaft ausgeschieden ist, dann ist das ein Hindernis.

Heißt das, daß jeder einfach so aufgenommen wird?

Nein, wir nehmen nicht jeden, aber jeder bekommt eine Chance.
Die Verbindung schaut sich den Bewerber natürlich ganz genau an; schließlich ist eine Verbindung ein Freundschaftsbund auf Lebenszeit, und da muß sichergestellt sein, daß der Bewerber paßt! Aus der Sicht des Bewerbers gilt natürlich das gleiche.

Wie geht die Aufnahme vor sich?

Nach der Kontaktaufnahme wird der Interessent (Spefuchs) zunächst ein paar Veranstaltungen der Verbindung besuchen. Wenn er Gefallen am Verbindungsleben findet, wird er einen Aufnahmeantrag schreiben.
Die Verbindung hat den Interessenten bis dahin bereits etwas kennengelernt und wird ihm das Band geben, wenn Sie den Bewerber für geeignet hält.

Der Fuchs (die Bezeichnung für die jüngsten Mitglieder) trägt ein zweifärbiges Band. Die Fuchsenzeit ist wiederum eine Phase, in der beide Seiten überprüfen können, ob sie zueinander passen.
Nach der ersten Mensur und weiteren Auflagen, vor allem einer Burschenprüfung, wird der Kandidat feierlich in den inneren Verband aufgenommen. Er ist nun nicht mehr Fuchs, sondern Bursch, und damit Vollmitglied.

Ist man Mitglied auf Lebenszeit, oder kann man wieder austreten?

Ein Fuchs kann das Band jederzeit ohne Angabe von Gründen wieder niederlegen. Im Rahmen der endgültigen Aufnahme, der Burschung, wird jedoch ein Eid abgelegt, der immer auch die lebenslange Mitgliedschaft zum Inhalt hat. Die Fuchsenzeit hat den Sinn, daß sich ein Interessent über die Tragweite der endgültigen Aufnahme und das Wesen der Verbindung klar wird. Ein Mitglied sollte nach der Rezeption aus seiner Verbindung jedenfalls nicht ohne wirklich zwingenden Grund austreten.
Andererseits ist eine Verbindung rechtlich gesehen ein Verein wie jeder andere. Die Mitgliedschaft kann selbstverständlich jederzeit beendet werden.

Was ist ein Alter Herr?

Ein Alter Herr ist ein Mitglied, das seine Schulzeit (und eventuell sein Studium) beendet hat und im Berufsleben steht.

Welche Hierarchien gibt es?

Eigentlich keine. Studentenverbindungen sind per Definition konsequent basisdemokratisch. Die Einteilung in Füchse, Burschen und Alte Herren hat nichts mit Hierarchien zu tun. Füchse sind Mitglieder des Äußeren Verbandes und haben auf Beratungen (Conventen noch kein Stimmrecht, wohl aber Rederecht). Burschen und Alte Herren sind Mitglieder des Inneren Verbandes. Jedes Mitglied des Inneren Verbandes hat das gleiche Stimmrecht. Unabhängig vom Alter und von der Dauer der Mitgliedschaft.

Die Leitung der Verbindung liegt in den Händen des Convents, der Mitgliederversammlung der studierenden Mitglieder. Der Vorstand der Verbindung, bestehend aus den drei Chargierten, wird vom Convent gewählt und unterliegt der Kontrolle durch regelmäßige Convente, gewöhnlich alle zwei Wochen. Selbstverständlich kann er jederzeit abgewählt werden. Der Erstchargierte (Sprecher) der Verbindung ist nur Primus inter pares, d. h. Erster unter an Rang Gleichen. Im übrigen werden Ämter überwiegend nur für ein Semester vergeben. Das Rotationsprinzip gab es also bei den Verbindungen schon immer. Sowohl die ständige basisdemokratische Kontrolle durch die Convente als auch das Rotationsprinzip sind offenkundig antihierarchisch.

Ich trinke keinen Alkohol. Kann ich trotzdem einer Burschenschaft beitreten?

Selbstverständlich. Es gibt bei uns keinen Trinkzwang.

Warum schlagt Ihr Euch? Müßt Ihr fechten?

Wir prügeln uns nicht. »Sich schlagen« ist ein älterer Ausdruck für »mit jemandem fechten«; er ist im Alltagssprachgebrauch noch vorhanden in der Redewendung »Er hat sich gut geschlagen«. Ja, wir müssen unsere Pflichtpartien fechten, aber nachdem wir die Idee des Fechtens kennengelernt haben, haben wir mit dem Eintritt in unsere Verbindung diese Verpflichtung freiwillig auf uns genommen. Einmal wollen wir die weit über 100jährige Tradition unserer Burschenschaft fortsetzen, zum anderen stärkt das Fechten uns selbst und unsere Gemeinschaft. Gerade in jüngster Zeit ist zu beobachten, daß viele Bewerber gerade das Fechten fasziniert, und sich deshalb erst für eine Verbindung interessieren. Das Fechten gehört zum »Mythos Verbindung« untrennbar dazu. Zum Thema Fechten schau auch auf unsere Seite Die Mensur

Was ist eigentlich genau eine »Mensur«? Wie muß ich mir das vorstellen?

Das Mensurfechten (auch: »studentisches Fechten« ) ist ein reines Hiebfechten (d. h. es wird nicht gestochen). Die Fechter stehen sich in einem festen Abstand gegenüber; der Abstand, das ist die Mensur (von lat. »Maß«). Der Ausdruck wurde dann insgesamt auf diese Art des studentischen Fechtkampfs übertragen.
Das einzige, was sich bewegt, ist der Fechtarm, und die Kunst besteht darin, gleichzeitig einen Hieb auszuführen und dabei trotzdem gedeckt zu bleiben. Gefochten wird mit scharfen Waffen und entsprechender Schutzkleidung nach einem festen Regelwerk, dem Comment.

Mit scharfen Waffen? Ist das nicht ziemlich gefährlich?

Du meinst: Ob man dabei draufgeht? :) Nein. Ernste Verletzungen sind ausgeschlossen. Der Paukant ist bei der Mensur durch entsprechende Schutzkleidung geschützt.
Er trägt eine stichfeste Weste (z. B. aus Kevlar), Kettenhemd, Tiefschutz, Halsbandage, Armschutz (Stulp), einen Mensurhandschuh mit Ketteneinlage und eine Maske und meist mit Ohrenleder.
Vor der Mensur muß sich der Paukant einer ärztlichen Untersuchung unterziehen, ob er mensurtauglich ist, insbesondere, ob die Schädelknochen richtig verwachsen sind. Sonst wär' das ja Wahnsinn!

Beziehen sich die Pflichtpartien auf ein Semester oder auf welchen Zeitraum?

Insgesamt. Jedes Mitglied unserer Burschenschaft muß genau zwei Partien schlagen. Bei manchen Verbindungen ist die Zahl der Pflichtpartien auch höher. Die erste schlägt man gewöhnlich in der Fuchsenzeit, die zweite oder die weiteren während der Burschenzeit., aber das sind Richtwerte, bei manchen geht es schneller, bei manchen dauert es etwas länger. Selbstverständlich darf man auch mehr Partien fechten als die Pflichtpartien!

Gibt es Regeln über die Fußarbeit?

Es gibt keine. Man bewegt sich nicht von der Stelle

Und gegen wen ficht man?

Grundsätzlich gegen Angehörige anderer Verbindungen.

Und wann ficht man, gleich nach dem Beitritt?

Nein, zuerst wird das Fechten unterrichtet von einem Fechtlehrer (Fechtwart). Der Fechtwart ist ein erfahrens Mitglied unserer Burschenschaft und kann beurteilen, wann ein junges Mitglied reif ist für die erste Mensur. Er trifft sich mit den Fechtwarten anderer Burschenschaften und gibt bekannt, daß ein Gegenpaukant gesucht wird , so wird die erste Mensur von den Fechtwarten zweier Verbindungen „bestimmt“, damit die Paukanten in Größe, technisches Können und Kraft ungefähr gleich stark sind. Man spricht daher auch von der Bestimmungsmensur. Diese kann frühestens nach drei Monaten stattfinden, bei manchen kann es auch länger dauern, je nach technischen Können und Kraft.

Welchen Sinn hat die Mensur?

Da wird Dir sicher jeder etwas anderes erzählen, es gibt eine Reihe von Gründen. Niemand zwingt uns zum Fechten auf Mensur - es sei denn unsere eigene, ausdrücklich offen eingegangene Verpflichtung. Wir meinen aber, daß die Mensur für unsere Korporationen so wichtig ist, daß wir nicht darauf verzichten wollen. Die Mensur ist für uns das Ideal des ritterlichen Kampfes mit einem gleichwertigen Gegner. Begriffe wie Sieger oder Verlierer sind der Mensur fremd.

Und wenn man einen Schmiß hat?

Dann hat man einen.

Ist das nicht gefährlich?

Bei jeder Mensur muß von beiden Parteien ein Mensurarzt (Bader; meist ein erfahrener Arzt aus de eigenen Burschenschaft) anwesend sein. Der Bader entscheidet, ob eine Mensur nach einem Schmiß weitergeführt werden kann oder nicht. Die Entscheidung des Baders ist verpflichtend

Hat jeder von Euch einen Schmiß?

Nein, natürlich nicht. Ich kenne sehr wenige Fälle von Leuten, die bei ihren Pflichtpartien getroffen wurden, und sichtbare Schmisse haben davon auch wieder nur wenige davongetragen.
Viele fechten aber mehr als ihre Pflichtpartien, und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, doch noch einen Schmiß zu bekommen.
Die höhere technische Perfektion geübter Fechter geht meist mit einer erhöhten Risikobereitschaft einher, übrigens auch bei Leuten, die sich bei ihren Pflichtpartien noch ziemliche Sorgen gemacht haben.

Kann es sein, daß das Thema »schlagend« oder »nichtschlagend« ein wunder Punkt bei den Verbindungen ist?

Eigentlich nur bei den Nichtschlagenden. ;) Auch bei den Verbindungen wurde in den Jahren seit 1968 so einiges auf den Prüfstand gestellt, auch das Fechten, aber zu heute kann ich sagen, daß die Mensur absolut unumstritten ist, ich sehe sogar eher die Tendenz, wieder mehr Wert aufs Fechten zu legen. Die Mitgliederentwicklung bei den schlagenden Verbänden bestätigt diese Beobachtung; ich bin sicher, dieser Trend wird weiter zunehmen.

Warum nehmt Ihr keine Frauen auf?

Wir wollen Beziehungskonflikte aus unseren Gemeinschaften heraushalten. Ein andere Sache ist die Rückzugsmöglichkeit, in eine »gleichgeschlechtliche Enklave«, wie es eine Farbenschwester ausdrückte. Was wohl fast jedem vertraut sein dürfte: Es ist etwas anderes, wenn man nur mit seinen Freunden weggeht, als wenn jeder seine Freundin mitbringt. Wenn Frauen unter sich sind, ist das gewiß nicht anders.
Bei bestimmten Veranstaltungen wollen wir deshalb auch mal unter uns sein: auf den Conventen, einigen Kneipen und auf Mensuren. Ansonsten gehören unsere Freundinnen und Ehefrauen ganz selbstverständlich zu unserer »großen Familie« dazu.
Es steht außer Frage, daß auch Frauen Gefallen am Verbindungsleben finden können. Für sie gibt es an praktisch allen Hochschulorten gemischte Verbindungen oder reine Damenverbindungen. Wir sind gerne bei der Vermittlung behilflich!

Was heißt »farbentragend«?

Wir tragen bei offiziellen Anlässen Band und Mütze in den Farben unserer Verbindung. Das Band ist unser gemeinsames Erkennungszeichen und das äußere Symbol unserer starken inneren Verbundenheit. Band und Mütze sind die traditionellen Symbole unserer Verbindungen seit über 100 Jahren.

Wo steht Ihr denn politisch?

Bei uns herrscht innerhalb der Verbindungen politische Neutralität. Allerdings begrüßen wir es, wenn sich der einzelne Gedanken über unseren Staat macht oder sich sogar engagiert. Wir haben viele Bundes- bzw. Verbandsbrüder, die in den verschiedenen demokratischen Parteien tätig sind. Wenn alle das gleiche denken, denken alle falsch. Extremisten haben bei uns allerdings nichts zu suchen.

Wie oft und wo trefft Ihr Euch?

Wir haben unsere Aktivtage (Betriebstag), die finden mindestens einmal pro Woche fix statt. Wir treffen uns auf unserer Bude (Vereinslokal), wo wir auch fechten und unserer Veranstaltungen abhalten. Die Bude wird aber gerne auch in der Freizeit als Treffpunkt für LAN-Parties oder andere Freizeitgestaltungen genützt.

Gibt es außer Euch noch andere Schülerverbindungen?

Ja, es gibt in vielen Schulstädten Österreichs Verbindungen unserer Art, eine Adressenliste findest Du auf der Internetseite des ÖPR unter www.oepr.co.at

Gibt es eine übergeordneten Verband der Schülerverbindungen!

Ja, das ist der ÖPR, Österreichischer Pennäler Ring, im ÖPR sind die meisten Schülerverbindungen Österreichs zusammengeschlossen.

Versteht Ihr Euch als konservativ?

Das würde der eine Burschenschafter ohne eine Sekunde zu zögern sofort bejahen, der nächste würde das vielleicht empört von sich weisen.
Ich denke, das liegt daran, daß man unter »konservativ« sehr unterschiedliche Dinge verstehen kann. Vor allem muß man »politisch konservativ« und »konservative Werte« trennen.
Die Hamburger Wochenzeitung "DIE ZEIT" hat einmal 17 Intellektuelle von Böll bis Anders zu diesem Thema befragt, wobei diese sich nahezu ausnahmslos zu konservativen Prinzipien bekannten, wenngleich nur jeder etwas anderes darunter verstand.
Wenn es im ÖPR in dieser Hinsicht eine Übereinstimmung gibt, dann kann sich das nur auf konservative Werte beziehen, als da wären: Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Leistung, Verantwortungsgefühl, Ritterlichkeit.

Was versteht Ihr unter »Ritterlichkeit«?

Das bedeutet, die Schwachen zu schützen und vor den Mächtigen nicht zu kriechen, Unrecht nicht tatenlos mitanzusehen, für seine Überzeugungen einzutreten, auch wenn es unbequem ist, lieber zu schweigen statt zu lügen, loyal zu sein, solange man es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, sich Macht oder Reichtum nicht zu Kopfe steigen zu lassen, zu einem Knecht nicht anders zu sprechen als zu einem König, einen schwächeren Gegner zu schonen, gelassen und charmant zu sein und sein Leben selbst zu verantworten.

Warum macht Ihr das alles?

Wir machen das, weil die Freundschaft und die Gemeinschaft in unserer Verbindung es wert ist, daß man sich engagiert und darum kümmert. Für unseren Einsatz bekommen wir viel zurück - unser Freundeskreis ist größer als bei anderen Studenten. Und, nicht ganz unwichtig: Es ist macht Spaß!

Gut, ich will mir das mal anschauen. Was muß ich tun?

Dann schreib uns ein e-mail oder einen Brief oder ruf an und wir treffen uns auf unserer Bude (Vereinslokal).

 

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